Hofreitschule

Vorschau

 

 

 

 

 

 

 

 

HOFREITSCHULE

12. 12. 2002

Hofreitschule“ ist ein Kunstprojekt, das in einer Gruppe von Pferdefiguren besteht, die sich eine Umgebung zu Eigen machen, welche ungewohnt erscheint, jedoch einen definierten Bezugspunkt aufweist.

Es handelt sich  um ein Netzwerk-Konzept, das die Präsentation (bildlich oder tatsächlich) an verschiedenen ausgesuchten Orten Europas vorsieht. Erste Ideen entstanden am 24.09.02 beim Besuch der Wiener Spanischen Hofreitschule, und ich fand weitere für mich interessante und pferdeträchtige Orte hinzu (z.B. Berlin, Quadriga; Edinburgh, unvollendeter Parthenongiebel; Florenz, Anghiarischlacht im Palazzo Vecchio; Hannover, Niedersachsenross; Dresden, Stallhof ................. und eben Oldenburg mit Pferdetradition).


Es geht jeweils um die bewegbare Aufstellung von PFERDEKÖPFEN (Schulteransatz, Hals, Kopf) von  ca. 140 bis 180 cm Höhe. Diese  monumentalen Figuren können von Besuchern gedreht und geschoben werden, da sie auf verborgenen Rollen stehen. Für das Oldenburger Ambiente habe ich mir einen der größeren Säle im historischen Teil des Schlosses gedacht.

Hier leben die Pferdeplastiken in fürstlichem Umfeld auf Parkett, schwimmen kontrastierend zwischen antiken Möbeln und Dekoren, beziehen sich gelegentlich auf Bilder und Plastiken, weisen ideell auf Traditionen seit den Zeiten des Grafen Anton Günther hin.

Die Figuren sollen weiß sein, weil die Idee von den Lipizanern abgeleitet ist und weil Weiß immateriell im Bezug  zum Ambiente wirkt. Durch diese Farbe, durch die Vergrößerung  wie durch das Abschneiden des Körperteils und die Vereinfachung der Formen entsteht Abstraktion, verstärkt durch Beweglichkeit und Umfeld.

Der künstlerische Akt ist die Umkehr einer Trophäenform (Kopf an senkrechter Wand angehängt) in eine lebendig wirkende sich "normal" auf dem Boden bewegende Realform. Die Köpfe wirken nicht abgeschnitten, sondern sie scheinen zu schwimmenden Ganzen zu gehören. Nur schwimmen sie nicht im Wasser - sie tauchen aus ihrem geschichtlichen Untergrund auf. Sie sind zügellos dargestellt, befreit:

Die Nase im Wind und neugierig und verspielt im Ausdruck.

Das Oldenburger Schloss im direkten Bannkreis des Grafen Anton Günther ist die erste Station im Netzwerk "Hofreitschule" und wird damit sein Privileg  auf das Pferdeprojekt festigen, wofür die Geschichte bekanntlich genügend Basis liefert.